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SAP Design Studio 1.6

SAP Design Studio Version 1.6 ist seit Ende November verfügbar. Mit dem neuen Release kamen wieder einige Funktionen hinzu, die in diesem Artikel genauer vorgestellt werden.

BI Plattform im Fokus

Die größte Veränderung bringt die neue Plattformstrategie der SAP bezüglich SAP Design Studio: Mit dem neuen Release 1.6 richtet die SAP ihre zukünftige Entwicklung gänzlich auf die BI Plattform aus und rät ihren Kunden, diese ebenfalls zu nutzen. NetWeaver und HANA werden zwar weiterhin mit dem bisherigen Feature-Set unterstützt, neue Entwicklungen und Features wird es aber nur noch für die BI Plattform geben.

Möchte man als Kunde den Weg der weiteren Entwicklung von Design Studio mitgehen und von neuen Features profitieren, wird einem also nichts anderes übrig bleiben, als auf die BI Plattform zu setzen. Es sei denn, die SAP lässt sich von den bereits zahlreichen (verständlicherweise) kritischen Kundenmeinungen in diversen Foren zu diesem Thema umstimmen.

Neue Komfortfunktionen

Mit dem neuen SAP Design Studio Release lassen sich Änderungen am Aufriss per Drag & Drop direkt an der Tabelle vor-nehmen. Hierfür muss der Anwender nur das gewünschte Merkmal vom Navigation Panel (Navigationsblock) in die Tabelle ziehen. Des Weiteren lassen sich zur Laufzeit eigene Kennzahlen definieren, die sich aus bereits vorhandenen Kennzahlen berechnen.

Das Ändern des Aggregationsverhaltens von Kennzahlen ist mit Release 1.6 ebenfalls möglich. Alle diese Funktionalitäten lassen sich bequem über das erweiterte Kontextmenü ansteuern. Auch lassen sich – analog den BEx Werkzeugen – mit dem neuen Release Bedingungen wie z.B. ein Filter auf Top N Werte vom Endanwender zur Laufzeit erstellen und einfügen.

Aus Entwicklersicht stellt die Möglichkeit, im lokalen Modus eine CSV-Datei als Datenquelle zu nutzen, eine erhebliche Verbesserung dar. Dadurch lassen sich auch Demo-Applikationen und Prototypen einfach teilen, indem man sie beispielsweise komplett mit der CSV-Datei zu einer ZIP-Datei packt. Der Empfänger kann diese gepackte Datei dann einfach in seinem Design Studio Repository entpacken.

Neu ist auch eine Icon-Bibliothek, mit den beliebten SAP-Icons, die sich nun schneller raussuchen und einfügen lassen.

Für Entwickler stellt der integrierte CSS-Editor mit Syntax-Highlighting und Autovervollständigung eine erhebliche Verbesserung dar. Den Umweg über einen externen CSS-Editor und das manuelle Hochladen von CSS-Dateien kann man sich dadurch nun sparen.

Erwähnenswert ist außerdem, dass die Design Studio Applikationen jetzt Sprachen unterstützen, die von rechts nach links gelesen werden.

Neue und verbesserte Design Studio Komponenten

Die Scorecard ist eine neue SAP Design Studio Komponente, die einer formatierten Tabelle entspricht, mit der unterschiedliche Visualisierungen in derselben Tabellenzeile dargestellt werden können.

Als Endanwender lässt sich darin beispielsweise der Kopf einer Tabelle anpassen. Die Textausrichtung sowie das Spaltenformat und selbst die Bezeichnungen der Spalten können geändert werden. Spalten lassen sich ebenfalls als Multi-line Header thematisch zusammenfassen.

In den Zellen selbst können die Exceptions aus BW Queries als Trend- oder Status Icons, eingefärbter Text sowie farbige Hintergründe dargestellt werden. Auch lassen sich Kennzahlen als sogenannte Micro Charts visualisieren.

Neu ist auch das Planning Spreadsheet, das einer Excel-Tabelle ähnelt und für Planungsszenarien gedacht ist. Daraus können Daten kopiert und wieder darin eingefügt werden. Man könnte beispielsweise Daten aus einer Design Studio Applikation in eine Excel-Mappe kopieren, dort einige Änderungen durchführen und die geänderten Daten wieder in die Design Studio Applikation zurück kopieren. Mithilfe der Planungsfunktion ließen sich diese Daten dann speichern.

Der Timer ist eine neue technische Komponente, mit der sich beispielsweise Datenquellen automatisch auffrischen lassen. Mit der neuen Tree-Komponente lassen sich hierarchische Strukturen baumartig darstellen. Dazu zählen auch Bookmark-Strukturen auf der BI Plattform.

Neue Chartbibliothek und Verbesserungen bei der Visualisierung

Mit Release 1.6 hält auch eine neue Chart-Bibliothek namens Info Chart in Design Studio Einzug, die der Chart-Komponente in SAP Lumira entspricht.

Die alte Chart-Komponente von SAP Design Studio wird aus Kompatibilitätsgründen beibehalten. Weiterentwickelt, und mit neuen Visualisierungen und Funktionen ergänzt soll laut SAP nur das neue Info Chart werden.

Mit der neuen Chart-Feeding-Komponente, die zusammen mit dem neuen Info Chart genutzt wird, lässt sich zur Laufzeit die Form der Visualisierung bestimmen. Dies entspricht der Funktionalität des Chart Type Pickers, der zusammen mit der alten Chart-Komponente genutzt wird.

Die Trennung in zwei unterschiedliche Komponenten, alt und neu, mag etwas inkonsistent wirken. Konsistenz wird darüber hinaus aber in der Visualisierung und Bedienbarkeit zwischen den beiden Anwendungen Design Studio und Lumira geschaffen, die sich nun die gleiche Chart-Bibliothek teilen.

Auch mit SAP Design Studio Release Version 1.6 kein guter Eindruck beim Ausdruck

Für das Ausdrucken von Design Studio Applikationen bietet die SAP eine Export-to-PDF-Funktion an. Diese wurde mit Release 1.6 zwar erneut verbessert, lässt sich aber leider immer noch nicht bedenkenlos nutzen.

Man hat auch in der neuen Version im schlimmsten Fall die Wahl zwischen einer zwar vollständigen aber unübersichtlichen Zahlenkolonne, oder einem optisch ansehnlichen Screenshot-Ausdruck, der exakt das exportiert bzw. druckt, was zu diesem Zeitpunkt auf dem Bildschirm zu sehen ist. D.h. Tabellen mit Scrollbalken oder Anwendungen mit mehreren Sheets werden unvollständig gedruckt.

Möchte man mit SAP Design Studio erstellte Web-Applikationen vollständig und nach kundeneigenen Maßgaben ausdrucken, bleibt einem auch mit dem neuen Release nur der Umweg über SDK-Komponenten.