Archiv

SAP Design Studio 1.3

Seit Anfang Juni ist die Version 1.3 des SAP Design Studio, dem zukünftigen SAP BI Werkzeugs zur Erstellung von Webanwendungen, verfügbar. Dieser Artikel beschreibt die wichtigsten neuen Funktionen.

Am interessantesten ist von dem im Vorfeld vorgenannten SAP Design Studio 1.3 Erweiterungen sicher die Planungsfunktion. Grund genug, hierauf explizit einzugehen:

Die neuen Planungskomponenten können genau mit einem BW-System Daten austauschen.
Diese Einstellung muss an den Eigenschaften der Webanwendung selbst explizit hinterlegt werden. Sofern nur zur Ansicht lassen sich auch Daten aus mehreren Systemen gleichzeitig verwenden.

Für die Planung wird als Datenquelle eine eingabebereite BEx Query ausgewählt. Diese wird einer Crosstab-Komponente, einer Tabelle, im Design Studio zugeordnet. In den Eigenschaften der Tabelle kann unter “Planning” die Anzahl und Position der neuen Zeilen, sofern gewünscht, eingestellt werden. Zur Entwicklungsumgebung ist die Tabelle noch nicht als eingabebereit zu erkennen, erst zur Laufzeit werden die Planungsfunktionen sichtbar. Wie meist im SAP Umfeld muss, damit das Ganze auch wirklich funktioniert, noch ein kleiner Kniff angewandt werden. So ist die zur Eingabe verwendete Datenquelle mittels des folgenden Script, beispielsweise im On-Start-Event der Webanwendung eingebettet, noch auf eingabebereit einzuschalten:

configureInputReadiness(true);

Planungsfunktionen und -sequenzen sind einem eigenen Ordner zuzuweisen und mittels Script-Befehle in der gewünschten Art und Weise aufzurufen.

Weitere Funktionen

Mit der neuen SAP Design Studio Version können Erweiterungen nach SAP BW deployed werden. So müssen im SDK entwickelte Komponenten nicht mehr an alle Design Studio Nutzer einzeln verteilt werden, sondern lassen sich so – wie im SAP BW sonst auch üblich – zentral verfügbar machen.

Die Version 1.3 bietet neue Diagramm-Typen, dazu zählen neben den Heat Maps und Treemaps auch Trellis. Trellis-Diagramme zeigen den Zusammenhang zwischen zwei Variablen in Abhängigkeit von anderen Variablen grafisch dar. Variablen sind in diesem Zusammenhang Kategorien von Merkmalen oder Mengen in Form von Intervallen. Erwähnenswert sind zudem die deutlich erweiterten Möglichkeiten zum Customizing der bestehenden Diagramme.

Bezüglich Datenquellen werden mit 1.3 zusätzlich BO Universen (beispielsweise basierend auf einem ERP System, CSV, MS Excel, Oracle, IBM DB2 oder Teradata) sowie SAP HANA als direkte Datenquelle ohne Middleware unterstützt.

SAP liefert im SAP Design Studio verschiedene Web Templates aus, welche als gute Designvorlage für eigene Projekte eignen.

Die Design Studio API liefert mit dem 1.3 Version zur Steuerung der Planungsfunktionen, Dataprovider, Bookmarks, Drucken etc. neue Befehle aus.

Das Speichern und Verteilen eines Navigationszustand einer Webanwendung lässt sich mit der neuen Version als Bookmark realisieren. Diese werden mittels Scripting hinter verschiedenen Objekten, z.B. Knöpfen oder Bildern, dem Endanwender angeboten. Bookmarks lassen sich lokal, auf der BI Plattform oder in den Browser Favoriten speichern.

Fazit: Mit Version 1.3 ist das SAP Design Studio dem Wunsch, das zukünftige Tool für Webanwendungen zu werden, einen großen Schritt näher gekommen. Leider wird immer noch die eine oder andere Funktionalität vermisst. Dazu zählt zweifellos die einfache Gestaltung des Design der Webanwendung via CSS, optimalerweise zentral auf der BI Platform und/oder dem SAP BW zentral gespeichert, oder das benutzergesteuerte Drucken oder Exportieren der Webanwendung. Hier wird voraussichtlich im November die Lücke mit Version 1.4 geschlossen werden. Wer sich die SAP Design Studio Lizenz leistet, sollte spätestens dann die BEx Tools endgültig vergessen können.